Der Rest des Fluges ging ganz ruhig vonstatten. Im Landeanflug über Manchester konnte man schon die typisch Englischen Backsteinhäuschen begutachten und meine positive Aufregung steigerte sich ins unendliche. Aufgesetzt, aufgestanden, Flieger verlassen und in Richtung Gepäckband gewandert. Die Dame vor dem “Gesichtsscaner” wie ich das ganze jetzt mal bezeichne begrüßte mich sehr freundlich und zeigte mir, wie das mit dem Einreisen funktioniert, bevor dann mein Gesicht vollautomatisch fotografiert wurde. Verrückt.
Nun denn, am Gepäckband meine Koffer abgeholt und in die Haupthalle des Flughafens gegangen. Auf dem Weg dahin wurde ich noch von ein Paar sehr motivierten Hunden beschnüffelt, aber ich hatte wohl nichts dabei, was Grund genug wäre, mich zu stoppen. Die Hunde waren sehr nett!
Anschließend ging es daran die Menschen von der Uni zu finden, welche die Busse vom Flughafen zur Uni organisiert haben. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, da das ganze im Internet etwas verwirrend beschrieben war. Ich bekam jedoch Gesellschaft von zwei Studenten, die ebenfalls nach York wollten. Eine Chinesin und ein Malaysier. Irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass wir über die Straßenüberführung zum Bahnhof mussten, wo wir die Uni-Leute dann auch antrafen!
Hier begann mein dermaßen positiver Kontakt mit der Uni (der übrigens bis heute fast ungebremst anhält, aber ich möchte nichts vorweg nehmen )! Ich wurde dem nächsten Bus zugewiesen, welcher eine Viertelstunde später kommen sollte! In der Zwischenzeit knüpfte ich erste Kontakte. Ein Student des zweiten Studienjahrs aus Hongkong startete direkt ein Gespräch. Nach und nach kam ich mit vielen der Anwesenden ins Gespräch über alles mögliche – sogar einige Deutsche waren da (man kann sich halt nicht retten ), bis es dann in den Bus ging!
Über die Busfahrt hinweg versuchte ich immer wieder den einen oder anderen Schnappschuss der sehr schönen Landschaft zu machen, was mir aber weniger gut gelang!
Hier ein Paar Impressionen:
Als der Bus dann in Richtung Campus rollte, bekam ich sehr komische, Déjà-vu ähnliche Gefühle. Plötzlich sah ich Gebäude, die ich seit langer Zeit von Bildern kannte, aber eben nur von Bildern und als ich dann mitten im Zentrum des Campus aus dem Bus ausstieg steigerte sich das ganze noch weiter!
Außerdem bekam ich zu Gesicht, was mich mein ganzes Leben in York über begleiten wird!
Nun nehme ich mir endlich mal die – momentan sowieso recht knapp bemessene – Zeit, um hier ein wenig zu berichten, was bei mir passiert und wie der Ort des Geschehens aussieht.
Ach… zunächst möchte ich noch ankündigen, dass ich mit meiner Berichterstattung wohl in Episoden verfahren werde, da dieser Artikel ansonsten seeeeeehr lang wäre und ich noch länger bräuchte, um ihn zu verfassen – und da ich heute noch Studienrelevante Dinge erledigen werde ist das wohl eine sinnvolle Entscheidung!
Aber ich beginne mal ganz von vorne – mit meiner Reise!
Am 6.Oktober ist die ganze Familie um 5 Uhr aufgestanden. Eigentlich war alles außer dem Handgepäck fertig gepackt, aber natürlich musste es um Einfachheit und Entspannung ein wenig zu stören ein wenig stressig gemacht werden – es war in der Tat sehr aufregend: Ist alles dabei? Geld? Reisepass? Papiere?
Danach kam der erste Abschied und der war natürlich etwas traurig. Meine Schwester, meine Mutter und ich stiegen ins Auto und fuhren gen München.
Auch die Fahrt war nicht ganz einfach, da es unglaublich neblig war und dementsprechend rutschig auf der Straße war. Als es dann auch noch Stau in München gab, wurde die Stimmung im Auto nicht zuletzt aufgrund des nicht allzu großzügigen Zeitfensters in der Tat recht angespannt. Sinje manövrierte uns jedoch sehr souverän zum Flughafen und nach schier unendlich lang scheinender Parkplatzsuche standen wir endlich im Terminal.
Als ich meinen Bass und meine Tasche zum Wiegen abgab, hat die Dame am Check-In-Schalter wohl einen kleinen Fehler gemacht und den langen Basskoffer falsch auf die Waage gestellt. Diese zeigte mit beiden Gepäckstücken nämlich einen Wert von lediglich 13kg an. Da ich 20 Kilo hätte mitnehmen dürfen, haben wir natürlich genauso viel/schwer gepackt. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich schön ein wenig mehr mitgenommen !
Wohlan. Als nächstes ging es zum Security-Checkpoint. Hier hieß es nun abschied nehmen von meiner Schwester und meiner Mutter. Eine sehr freundliche Dame, die ebenfalls dort war, schien unsere Situation recht gut nachvollziehen zu können und lächelte uns sehr freundlich zu.
Nachdem mein Handgepäck und ich für sicher befunden wurden, machte ich mich auf dem Weg zu meinem Gate – ein letztes Winken zu meiner Schwester und meiner Mutter und schon war ich ganz alleine unterwegs. Ich muss dazu sagen, dass es das erste mal sein würde, dass ich länger als zwei Wochen (oder so) von zu Hause weg war. Ich war nie sonderlich viel auf Reisen und geflogen bin ich noch nie – und deshalb war das ganze wirklich Spannend!
Ich hetzte noch schnell auf die Toilette und begab mich dann zu meinem Gate, um auf dem Flieger zu warten. Es kam ein Bus, welcher mich und die anderen Passagiere zur Maschine brachte.
Über die Gangway in das Flugzeug, das Gepäck verstaut, auf den Sitzplatz. Bevor es los ging lief eine der Flugbegleiterinnen mit meiner Tasche durchs Flugzug und fragte, wem selbige gehörte. Ich wollte natürlich wissen, ob etwas nicht stimmt und begab mich zu der sehr netten Frau. Aus dieser Situation ergab sich ein wie ich finde lustiger Dialog:
- Gehört die Tasche Ihnen?
- Ja, das ist meine, gibt es ein Problem?
- Aus der Tasche kommt ein Geräusch. Ich dachte kurz nach und bemerkte dann, dass sie das Ticken meines Weckers meinte.
- Oh ja, das ist mein Wecker.
- Könnten sie es bitte abstellen? Ich war kurz verdutzt und stellte dann fest, dass mein Wecker klingelte. Das tat er wohl schon die ganze Zeit, und ich habe es nicht bemerkt. Ich bin also permanent – nach dem Security-Check – mit einer alle fünf Minuten piependen Tasche rumgelaufen. Ich erinnerte mich dann sogar, dass ich mich in dieser Zeit eimal fragte, was an einem Flughafen wohl so ein Geräusch machte.
- Ja, natürlich…
Ein großartiger Aspekt meines Fluges war, dass der Sitz links neben mir frei war und ich mich dementsprechend einfach breit machen durfte, wie es mir gefiel.
Wie gesagt, ich bin noch nie geflogen, aber nach dem Start und dem Erreichen der Reiseflughöhe, dachte ich mir, dass manche Menschen sooo viel Geld ausgeben, um Achterbahnen zu fahren und dass die gerade mal 58€, die der Flug kostete an diesem Punkt im Grunde schon gerechtfertigt waren.
Der Start und die Aussicht nach dem Durchbrechen der Wolkendecke waren wirklich beeindruckend und wirklich schön !
Als das alles vorüber war, fuhr ich meinen Laptop hoch um Musik zu hören und ein wenig über die vergangenen Tage zu schreiben.
Eine weitere – ebenfalls sehr freundliche – Flugbegleiterin bot mir etwas zu Essen und zu trinken an und ich nahm dankend einen Kaffee, von welchem ich erfolgreich einen Teil verschüttete. Zum Glück war er zu diesem Zeitpunkt noch schwarz und ich konnte die Sauereri einfach wegwischen. Als ich mich bei der Fugbegleiterin entschuldigte meinte diese nur: “Ach, wir haben schon ganz andere Sachen weggewischt!”
Ein etwa chaotischer Start meiner Reise also.
Auf dem Flug hörte ich größtenteils “Eels”!
Zum Abschluss also ein Lied selbiger Band:
Die nächste Episode folgt !
Bis dahin wünsche ich jedem, den mein Geschriebenes interessiert alles Liebe und Gute – und allen anderen auch!